Magersucht, medizinisch Anorexia Nervosa genannt, gehört mit zu den häufigsten Essstörungen. Die Magersucht ist in der Medizin als Krankheit voll anerkannt und zählt zu den psychosomatischen Erkrankungen. Die gesunde Körperwahrnehmung der Betroffenen ist hierbei massiv gestört. Trotz starkem Untergewicht glauben die Erkrankten, dass sie immer noch zu dick sind. Die Statistik belegt, dass das Krankheitsbild vorwiegend weibliche Personen betrifft und häufig im jungem Erwachsenen-Alter zum Ausbruch kommt. Durch ständiges Hungern und absichtliches Weglassen der Nahrungsaufnahme wird ein weiterer Gewichtsverlust des Körpers zur Tagesordnung eines jeden Erkrankten. Die Gefahren sind für die Gesundheit gravierend. Körperlichen Beschwerden sind oft Kreislaufstörungen, vermehrtes Frieren, Unterzuckerungen. Auch Herzrhythmusstörungen und Organversagen sind nicht selten. Bei den meisten Magersüchtigen ist das Nichtessen eine Ersatzlösung für momentane oder auch frühere nicht befriedigte Lebenswahrnehmungen. Das Hungern wird zur kurzfristigen Erleichterung und gibt dem Patienten ein positives Körpergefühl und den Glauben, die Macht über sich Selbst und der Umwelt zu haben. Dieses Erleben ist jedoch nur von kurzer Dauer und muss ständig wiederholt werden , damit sich der Betroffene weiterhin gut fühlt. Auch äußere Einflüsse spielen dabei eine wesentliche Rolle und können das Krankheitsbild negativ beeinflussen. Die ständige Schlankheitswahn-Konfrontation über sämtliche Medien zeigt den Erkrankten immer wieder ein falsches Bild der Norm-Gesellschaft.
Die Behandlung ist in den meisten Fällen ein langwieriger Prozess, der sich über mehrere Monate hinzieht und oft durch einige stationäre Krankenhausaufenthalte gekennzeichnet ist. Doch auch hier gibt es keine Garantie auf Heilung. Immer noch sterben 5-20 Prozent der Patienten an den Hunger- und Spätfolgen der Krankheit.
Schlagworte: Magersucht; Infos